Mokassin, ein echter Tausendsassa

+ + Avuluya heißt tausendstes tierisches Lebewesen willkommen + + „Enorme Herausforderungen“ im Wohnungssektor + +

Das laufende Jahr verspricht immer neue Rekorde. Dem sprunghaften Bevölkerungszuwachs von über 25 Prozent gesellt sich ein Anstieg der tierischen Population.

Für Melitta Mockridge ist es keine Überraschung, dass immer mehr Menschen den Weg nach Avuluya finden. „Soviel wie hier gerade gebaut wird“, meint die ältere Dame, da sei dies „kein Wunder“. Sie schneidet einen duftenden Apfelkuchen an, frisch aus dem Ofen. „Es ist genug für alle da.“ Auch Mokassin, der jüngste Hundezuwachs im Hause Mockridge, scheint das zu wissen und wartet geduldig auf seine Portion. Frauchen Melitta stellt sie ihm direkt ans Tischbein, bevor sie sich zu ihrem Besuch an die gedeckte Tafel setzt. Ihr Blick schweift zum Fenster hinaus. „Ich freu mich über neue Nachbarn. Auch wenn wir enger zusammenrücken müssen. Ihr seht ja, wie es draußen aussieht.“ Und tatsächlich erinnert ihre Nachbarschaft gerade kaum noch an den ruhigen, etwas abseits gelegenen Ort, den Melitta Mockridge „hier draußen“ nennt.

Hier draußen, am alten Dorfplatz von Canvoridor, schien lange Zeit „der Hund begraben“ zu sein. „Das hat nichts mit dir zu tun, Mokassin!“ Melitta Mockridge gehört nicht zu denen, die allzu nostalgisch den vergangenen Zeiten nachtrauern. Doch sie erinnert sich gern an die Zeit zurück, als hier draußen noch niemand wohnte - auch sie selbst nicht, denn „früher gab’s hier nur eine Kirche“. Die rüstige Dame genießt sichtlich den Ausdruck des Erstaunens in den Gesichtern der übrigen Anwesenden. „Sie war ganz in Weiß, ziemlich groß. Das Portal überragte die ganze Gegend hier.“ Über die Kirche sei heute wenig bekannt. Sie habe dort gestanden, wo später die Deponie angelegt worden sei. „Wo jetzt der Schweinestall ist, da stand sie.“ Im Innern habe sie eine seltsam moderne, zugleich zeitlose Atmosphäre gehabt. Später wurde sie eingerissen, da man ihr Baumaterial als gesundheitsgefährdend einstufte. Seither gibt es - mit Ausnahme des Schwarzen Tempels von Yarateva - in Avuluya keine der Spiritualität geweihten Bauwerke mehr.

Seit die Deponie stillgelegt und später dann nach Monanveris verlegt wurde, wo sie nun Teil des Gedenkparks ist, hat sich der Platz zu einem attraktiven Wohnort gemausert, auch wenn heute Gewerbeansiedlungen das Bild prägen. Dies allerdings könnte sich schon bald geändert haben. Derzeit wird an allen Ecken und Enden gebaut und erweitert. Mittendrin soll ein neuer Wohnturm entstehen, der erste am weitgehend beschaulichen Dorfplatz von Canvoridor. Auch das Haus der Mockridges soll aufgestockt werden. Die gastfreundliche Dame mit der eleganten Frisur nimmt es gelassen. „Ich bekomme neue Enkel. Soll ich mich darüber beschweren?“ Selbst der junge Streuner Mokassin bringt das Leben auf der Baustelle nicht aus der Ruhe. Manchmal wagt er sich bis weit vor die Tür, um neugierig den Veränderungen in seiner Umgebung beizuwohnen. Es scheint fast so, als könne er seine neuen, tierisch netten Nachbarn kaum mehr erwarten.

Mit dem nicht abreißenden Zustrom neuer Mitbürgerinnen und Mitbürger stößt Avuluya an seine Grenzen. Auch wenn die meisten Avuluyani bereits seit längerem an beengte Wohnverhältnisse gewöhnt sind, könnte der aktuelle Zuwachs zu entwürdigenden Zuständen führen. Daher soll neuer Wohnraum die Situation entschärfen. Lüder Sondershaus, Leiter des Verwaltungsamtes, bestätigte auf Nachfrage von A. M. A. die Genehmigung neuer Bauvorhaben in Canvoridor und Monanveris. In Yamalgeva soll entlang der Ringstraße gebaut werden, voraussichtlich in kleinen Einheiten. „Wir werden dieses Jahr vermutlich einen Bevölkerungsanstieg von gut 30 Prozent verzeichnen. Das stellt uns vor enorme Herausforderungen.“

Hayas Litvenen
A. M. A. Avuluya Media Agentur

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